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Teupitz

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Teupitz, Schenkenländchen, Dahme-Spreewald, Brandenburg, 15755, Deutschland (52.13599 13.60984)

Über diese Karte

Name: Topografische Karte Teupitz, Höhe, Relief.
Koordinaten: 52.07307 13.54078 52.16534 13.66144
Minimale Höhe: 30 m
Maximale Höhe: 114 m
Durchschnittliche Höhe: 59 m

Teupitz

1801 waren ausweislich einer Chronik in Teupitz sechs Schiffer und acht Schiffsknechte tätig. Sie kümmerten sich um den Transport von Salz in die Region Teupitz und den Abtransport von Baustoffen wie Holz oder Ziegeln in das Umland und nach Berlin. Im Ort standen 57 Häuser und 33 Scheunen. Es gab 41(!) brauberechtigte Häuser sowie 16 Branntweinblasen. In Teupitz wurden 80 Morgen Weinberge kultiviert. Vier Mal im Jahr fand ein Kram- und Viehmarkt auf der dreiecksförmigen Fläche im Stadtzentrum statt. Es gab weiterhin 40 Ackerbürger, fünf Bäcker, drei Böttcher, zwölf Branntweinbrenner, zwei Braumeister, zwei Fleischer und einen Gastwirt. Eine Person wurde als „Barbier oder Chirurg“ in der Statistik geführt. Weiterhin hatte sich zwei Hufschmiede in der Stadt niedergelassen. Es gab elf Leineweber, einen Maurer, einen Nachtwächter, aber auch einen Scharfrichter sowie einen Schuhflicker, sieben Schuhmacher und zahlreiche weitere Gewerke. Hinzu kamen drei Akzisebediente, ein Kantor, ein Küster, ein Organist, ein Prediger sowie drei Ratsmänner. Im Vorwerk lebten acht Büdner und ein Förster, die drei Feuerstellen (=Haushalte) betrieben. In der Alten Meierei (auch „Alt Vorwerk“) genannt, lebten ein Einlieger. Friedrich Wilhelm III. verkaufte am 30. Juni 1812 aus Geldnot die Reste des Schlosses mit den Vorwerken Teupitz, Sputendorf und Löpten sowie den zugehörigen Seen und Karpfenteichen für 69.000 Taler an die Witwe des 1803 verstorbenen Oberamtmanns Bein. Diese wiederum schenkte es ihrem Sohn, der es 1836 an den Oekonomie-Kommissarius Gobbin veräußerte. 1828 schloss die Kirchengemeinde den Friedhof an der Heilig-Geist-Kirche und verlegte ihn auf den Gesenberg südlich der Innenstadt. 1829 hob die Stadt die zuvor festgelegte Trennung zwischen dem Kramermarkt und dem Viehmarkt auf, um die Wirtschaftlichkeit beider zuvor eher erfolglosen Märkte zu erhöhen. 1830 wurde das Rathaus der Stadt errichtet. Im Jahr 1840 war als Besitzer des Gutes eine Familie Gobbin bekannt, die es an einen Herrn von Trott weiterverkaufte. Von dort ging es an die Familie Jador, anschließend an den Gutsbesitzer Körner. In dieser Zeit wurde erstmals eine Botenpost eingerichtet, die zweimal wöchentlich Nachrichten in die Stadt brachte. Sie entwickelte sich zu einer Karriolpost zwischen Mittenwalde und Wendisch Buchholz. Im Jahr 1840 standen in der Stadt 62 Wohnhäusern, im Vorwerk mit der Schäferei Tornow weitere fünf Wohnhäuser. 1850 war die Familie von Tresckow im Besitz des Gutes, von 1860 bis 1872 die Familie von Parpart. 1857 gründete sich ein Schützenverein, der bei seiner Gründung 40 Mitglieder zählte. 1858 gab es in der Stadt sechs Hofeigentümer, die 13 Knechte und Mägde sowie 15 Tagelöhner beschäftigten. Es gab 46 nebengewerbliche Landwirte mit weiteren vier Knechten und Mägden sowie neun Tagelöhnern. Hinzu kamen 35 Arbeiter und vier Personen, die als „Gesinde“ bezeichnet wurden. In der Stadt gab es insgesamt 71 Besitzungen. Zwei von ihnen waren zwischen 300 und 600 Morgen groß (zusammen 817 Morgen), 26 zwischen 30 und 300 Morgen (zusammen 1742 Morgen), 35 zwischen 5 und 30 Morgen (zusammen 561) sowie acht unter fünf Morgen (zusammen 20 Morgen). In der Stadt arbeiteten zahlreiche Gewerke. Exemplarisch seien genannt drei Bäckermeister und ein Geselle, fünf Fleischermeister und ein Lehrling, vier Schuhmachermeister mit zwei Gesellen und zwei Lehrlingen, ein Färbermeister, drei Tischlermeister mit einem Gesellen und zwei Lehrlingen, ein Barbier, ein Fischer mit sechs Gehilfen, acht Kaufleute, sechs Schankwirte, erstmals ein Rentner (Rentier), aber auch zwei Arme. Im 216 Morgen großen Gut arbeiteten neben dem Eigentümer zwei Knechte und Mägde sowie zwei Tagelöhner. Durch einen weiteren Verkauf gelangte Teupitz an den Baron von Treskow und von dort 1860 an einen Herrn von Parpart. Er verkaufte auch die kleine Insel Tornows Werderchen im Teupitzer See an einen Techniker. Gleichzeitig versuchte er, den Weinbau sowie die Karpfenzucht wiederzubeleben und erprobte die professionelle Fischzucht im Teupitzer See. 1862 feierte die Stadt ihre 400-jährige Zugehörigkeit zu Brandenburg. 1867 stieg die Schülerzahl in Teupitz auf 132 Kinder an. Die Teupitzer bemühten sich um eine zweite Lehrerstelle, die 1871 schließlich eingerichtet wurde. Aus den Jahren 1862 und 1874 sind Besuche des Schriftstellers Theodor Fontane überliefert. Seine Studien über die Stadt und die umliegende Region sind als Teupitz-Feuilleton sowie unter dem Titel Die Wendische Spree oder Von Köpenick bis Teupitz an Bord der Sphinx bekannt. Unter dem Namen Sängerkreis riefen 1872 Bürger der Stadt einen Gesangsverein ins Leben; 1879 folgte der Kriegerverein Verein ehemaliger Waffengefährten von Teupitz und Umgegend. Im gleichen Jahr wurden zwei Kompanien des Garde-Grenadier-Regiments Nr. 1 in der Stadt einquartiert. Die Turmuhr der Kirche von 1778 musste mittlerweile mehrfach repariert werden. Schätzungen eines Sachverständigen zufolge hätte eine Reparatur 250 Mark gekostet, so dass sich die Kirchengemeinde dazu entschloss, eine neue Uhr anzubringen. Im Jahr 1894 bestand Teupitz mit dem Etablissement Am Wege nach Baruth, Vorwerk Teupitz und Ziegelei. Mit Wirkung zum 1. September 1897 erfolgte die Aufwertung des Postamtes III. Klasse zu einer Agentur. 1899 entstand nach einer Spende eines Teupitzer Bürgers in Höhe von 2.000 Mark auf dem Gelände des Rathaushofs ein Armenhaus. Im gleichen Jahr überlegten die Stadtväter, den Status als „Stadt“ abzulegen, um die Bezüge des neu zu wählenden Bürgermeisters zu verringern.

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